Water music at the Vanuatu beach
© Vanuatu Tourism Office
© Vanuatu Tourism Office
Bild von Oyster Island aus der Luft
© Reinhard Gruber
Nguna, Pele, Efate
© Vanuatu Tourism Office
Active vulcan at Vanuatu
© Vanuatu Tourism Office
Make new friends at the Vanuatu beach
© Vanuatu Tourism Office
Diving Expierince at Vanuatu
© Vanuatu Tourism Office
Slow down at the Vanuatu beach
© Vanuatu Tourism Office

Kultur

Der Nagol-Sprungturm

Vanuatu hat 113 unterschiedliche Sprachen und unzählige Dialekte, was es zu einem der kulturell vielfältigsten Länder der Erde macht. Diese Vielfältigkeit ist das Resultat einer 4.000 jährigen Immigration von Zuwanderern aus anderen pazifischen Ländern, die alle ihre eigenen Kulturen mitbrachten. Das wohl wichtigste Mitbringsel war aber das Schwein, das bis heute noch als Zahlungsmittel gilt, insbesondere der gebogene Zahn des Ebers. Dieser ist auch ein Symbol und Zeichen für die Häuptlings-Würde.

Bei allen wichtigen Zeremonien ist das Schwein im Mittelpunkt und ein Symbol für Wohlstand. Bei bestimmten Anlässen wie Hochzeiten, Begräbnissen oder wenn männliche Stammesmitglieder in einen höheren Rang erhoben werden gibt es eine Pig-Killing-Zeremony, wo Schweine getötet und dann an die Stammes- oder Clanmitglieder verteilt werden. Eine Heirat mit einer Tochter eines ranghohen Chiefs kann da schon mal 20 oder 30 Schweine oder Kühe kosten, die der Bräutigam dann anläßlich der Hochzeit töten soll.

In den nördlichen Regionen von Vanuatu ergiebt sich der Status eines Stammesangehörigen daraus, was er an seine Stammesangehörigen weitergeben kann.

In den mittleren Regionen von Vanuatu haben sich vererbbare Titel durchgesetzt, die innerhalb eines Clans von den Chiefs an ihre Söhne weitervererbt werden.

Auf Tanna werden Chiefs von den Clanchefs ernannt, den sie als ihren Häuptling anerkennen und der, meist auf Lebenszeit die Interessen des Stammes wahrnimmt. Frauen haben auf Tanna einen sehr niedrigen Rank, während auf Ambae und den Shepherd-Islands Frauen auch den Rang eines Häuptlings haben können.

© Mag. Frank Tuschka

So unterschiedlich die verschiedenen Kulturen aber auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Das Leben ist gekennzeichnet von einem ständig wiederkehrenden Ablauf von Events, für die es alle ein Ritual gibt. Geburten, Hochzeiten, Todesfälle bieten bei den Familiengrößen von mitunter mehreren hundert Menschen einen ständigen Anlaß, zusammen zu treffen und zu tun, was vor ihnen schon Generationen zuvor getan haben: ihre Kultur zu pflegen. Dabei ist der Glaube an spirituelle Geister, die aus dem Jenseits auf das Leben der Ni-Vanuatu einwirken durchaus lebendig. Oft war dies in der Vergangenheit auch Anlaß für kriegerische Auseinandersetzung zwischen Dörfern und / oder Inseln.

Ein berühmtes Beispiel für diese Rituale ist auch der jährlich statt findende Nagol (sprich: Nangol) auf der Insel Pentecost, wo sich Männer mit um die Fußgelenke geknüpfte Lianen von 10 bis 20 Meter hohen Plattformen stürzen.....die Urform des Bungee-Jumpings, sozusagen.

Näheres hierzu auf Tours auf Pentecost.

Die traditionelle Wirtschaft basiert auf "den Früchten des Landes" wie Maniok, Jams, Taro oder Brotfrucht. Die Haltung von Schweinen dient nicht nur der Nahrung sondern sind gleichzeitig auch Geld und Prestige.


Kava auf Vanuatu

© Poms

Die Kava-Pflanze ist eine Verwandte der Pfeffergewächse, deren Wurzelknolle auf allen pazifischen Inseln eine große Rolle als Zeremoniengetränk hat. Üblicherweise wird diese Wurzel getrocknet, zerstampft und einem Pulver zerrieben, das dann in Tüchern oder Palmblättern in kaltem Wasser geschwenkt wird, bis eine grau-braune Flüssigkeit entsteht.

In Vanuatu wird die frische Wurzel traditionell entweder mit einem Korallenstein zerstoßen oder im Mund zerkaut und als Brei ausgespuckt. Nach Hinzufügung von etwas Wasser und unter Auswringen mit einem getrockneten Palmenblatt, wird dieses Getränk dann konsumiert. Für den mitteleuropäischen Gaumen ist der Geschmack grauenhaft!

Die psychoaktive Wirkung des Getränks besteht in einer gehobenen Stimmung, Redseligkeit und Glückseligkeit, die im Übermaß genossen auch zu stark bewußtseinsverändernden Zuständen wie Halluzinationen, Bewegungsunfähigkeit und / oder Orientierungslosigkeit für viele Stunden führen kann. Darum heißt die Pflanze auch "Rauschpfeffer".

Ursprünglich war dieses Getränk für die männliche Bevölkerung das Medium, um mit der verstorbenen Verwandsschaft und deren Geistern in Verbindung zu treten. Daher finden sich Kava-Bars immer unter Banjonbäumen und in der Nähe des Chief-Nakamals. Banjonbäume symbolisieren einen heiligen Ort, an dem die Geister der Verstorbenen weiter leben.

Es gibt auf ganz Vanuatu wohl kein Dorf, an dem es keine Kava-Bar gibt, allein in Port Vila sind es Hunderte!

Besucher sollten vorsichtig mit diesem Getränk sein, da das meist nicht abgekochte Wasser allerlei gefährlicher Keime enthält und zu schweren Darm-Infektionen führen kann!

© Vanuatu Reisen & Tours
© Poms
© Poms
© Vanuatu Reisen & Tours